Konstanz

Die Pfarrkirche Sankt Gallus im Konstanzer Stadtkreis Fürstenberg wurde 1969–71 errichtet. Sie ist die jüngste Pfarrkirche von Konstanz. (2013)
Die Architektur der Kirche, die vom erzbischöflichen Bauamt in Freiburg entworfen und geplant wurde, ist bewusst schlicht gehalten. (2016)
Das Innere der Sankt Gallus-Kirche ist relativ dunkel, was die ganze Aufmerksamkeit auf den vom Tageslicht hell erleuchteten Altarraum lenkt. (2016)
An der südlichen Stirnwand schmückt ein Wandbehang mit der Darstellung des Kirchenpatrons Gallus den Altarraum. Eine Schwester aus dem nahen Kloster Hegne hat ihn hergestellt: Schwester Joanni. (2016)
Die Kirchenbänke sind in einem Winkel um den Altarraum aufgestellt. Damit soll die Gemeinde in die Liturgie einbezogen werden, was einer Intention des Zweiten Vatikanischen Konzils entspricht. (2016)
Auf dem Vorplatz der Sankt Gallus-Kirche steht eine mit vielen Symbolen ausgestaltete Kreuzstele. (2013)

Die ehemalige Bischofsstadt Konstanz spielt in der Lebensbeschreibung des heiligen Gallus eine wichtige Rolle. Um das Jahr 615 lehnte Gallus den Ruf auf den Konstanzer Bischofsstuhl ab und schlug stattdessen seinen Schüler Johannes vor, einen Rätier, den er in Grabs kennengelernt hatte. Zeitlebens pflegten die zwei eine tiefe Freundschaft, und Bischof Johannes sorgte nach Gallus‘ Tod persönlich für eine würdige Bestattung des Heiligen, und zwar an jenem Ort, wo später das Kloster St.Gallen entstehen sollte.

So ungetrübt, wie die Biographen des heiligen Gallus die Beziehung zu Konstanz beschreiben, war diese nach der Errichtung des Klosters St.Gallen (719) eigentlich nie mehr. Schon der heilige Gründerabt Otmar fiel einer Intrige zum Opfer, an der auch der Konstanzer Bischof beteiligt war. Das Kloster St.Gallen und die Bischöfe von Konstanz standen meist in Konkurrenz zueinander, teilweise sogar in kriegerischer.

In der Bischofsstadt Konstanz gab es nie eine Kirche, die den heiligen Gallus als Hauptpatron hatte. Erst 150 Jahre nach der Auflösung des Bistums wurde in Konstanz die erste Sankt Gallus-Kirche geweiht, und zwar am 17. Oktober 1971. Mit ihrem Bau hatte man am 1. Oktober 1969 begonnen. Die Sankt Gallus-Pfarrei war in der wachsenden Stadt Konstanz die zehnte katholische Pfarrgemeinde.


Panorama
 
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Literatur

Braun, Karl-Heinz, Konstanzer Traditionen im Erzbistum Freiburg, in: Freiburger Diözesanarchiv 110 (1990), S. 261–280.

Erhart, Peter; Kuratli Hüeblin, Jakob; Oberholzer, Paul, 1400xGallus, St.Gallen 2012.

Katholische Pfarrgemeinde St.Gallus Konstanz, Orgelweihe in der Pfarrkirche St.Gallus zu Konstanz am 5. März 1989 um 10.30 Uhr, (Konstanz) (1989).

Katholische Pfarrgemeinde St.Gallus Konstanz, Unsere Glocken, (Konstanz) (1998).

Krebs, Manfred, Die Investiturprotokolle der Diözese Konstanz aus dem 15. Jahrhundert, in: Freiburger Diözesanarchiv 66-74 (1939-1954).

Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hg.), Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschriebung nach Kreisen und Gemeinden, Band VI. Regierungsbezirk Freiburg, Stuttgart 1982.

Pfarrgemeinderat Kath. Pfarrei St.Gallus (Hg.), St.Gallus Konstanz. Kirchenführer März 1991, Konstanz 1991.

Schmid, Christian, Gallusland. Auf den Spuren des heiligen Gallus, Freiburg i. Ü. 2011.

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Stand: Dezember 2017