Meersburg

Die Marienkirche von Meersburg wurde im 19. Jahrhundert neu gebaut. Nur ihr Turm stammt noch aus dem Mittelalter. Damals gab es in der Meersburger Kirche einen Sankt-Gallusaltar mit einer eigenen Sankt Gallus-Kaplanei. (2016)
Der Kirchturm gehörte im Mittelalter zur Stadtbefestigung von Meersburg. (2016)
Neben dem Hauptaltar gibt es in der Meersburger Stadtpfarrkirche auch zwei Seitenaltäre. Deren Flügel bleiben in der Fastenzeit geschlossen. (2015)
Der rechte Seitenaltar ist dem heiligen Sebastian geweiht. Neben ihm sind die Heiligen Gallus und Bonifatius als Statuen, sowie Benedikt, Franziskus, Otmar und Fridolin als Gemälde dargestellt. (2017)
Der ›Dornerweg‹ führt durch die alte Flur ›Gallenbrunnen‹. Neben einer Wasserquelle könnte hier einst auch eine kleine Galluskapelle oder ein Bildstock gestanden haben. (2015)
Das Haus ›Gallenbrunnen‹ nimmt die alte Ortsbezeichnung auf und überliefert sie weiter. (2015)
Seit 1526 war Burg Meersburg Residenz der Konstanzer Bischöfe. Bischof Hugo von Hohenlandenberg hatte Konstanz verlassen, nachdem sich die Stadt der Reformation angeschlossen hatte. (2015)
Auch als Konstanz wieder zum alten Glauben zurückkehrte, blieben die Bischöfe in Meersburg. Es ist auch schön hier: Abendliche Föhnstimmung über dem Bodensee, im Hintergrund das Alpsteinmassiv. (2016)
Blick über die Meersburger Rebberge Richtung Stadtpfarrkirche, Burg und Bodensee. Von Meersburg führt eine Fährverbindung nach Konstanz. (2015)

Meersburg gehörte seit dem frühen 13. Jahrhundert zum unmittelbaren Besitz der Bischöfe von Konstanz. Die um 1288 neu errichtete Marienkirche, deren Turm zur Stadtbefestigung gehörte, wurde 1334 während der (erfolglosen) Belagerung Meersburgs durch Kaiser Ludwig von Bayern schwer beschädigt. Ein Jahr später stellte Papst Benedikt XII. den Meersburgern eine Urkunde aus, die eine Aufzählung der in der Kirche vorhandenen Reliquien enthält, darunter solche der Heiligen Gallus und Otmar.

1353 wurde die Meersburger Kirche von der Mutterkirche Seefelden abgelöst und direkt dem Konstanzer Domkapitel unterstellt. Zum Jahr 1360 erfahren wir, dass in der Meersburger Kirche neben dem Hauptaltar Unserer Lieben Frau auch ein Katharinenaltar, ein Jakobsaltar sowie ein Gallusaltar standen. Nach dem umfassenden Umbau der Kirche um das Jahr 1430 begegnen uns wieder die gleichen Altäre, die jeweils über eine eigene Kaplaneipfründe verfügten. In den Investiturprotokollen der Diözese Konstanz wird zum 29. April 1558 ein Adolph Opser als Kaplan der Sankt Gallus-Kaplanei von Meersburg erwähnt.

Neben dem Sankt-Gallusaltar in der Pfarrkirche könnte in Meersburg auch noch eine kleine Galluskapelle gestanden haben. Auf dem Gemeindegebiet existiert bis heute der Flurname ›Gallenbrunnen‹. Die lokale Forschung zieht in Betracht, dass hier (vor dem Berg ze Sant gallen Brunen) einst eine Kapelle zu Ehren des heiligen Gallus gestanden haben könnte. Eindeutig nachweisen lässt sich diese Kapelle, die vielleicht anlässlich der Plünderung Meersburgs durch schwedische und württembergische Truppen im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde, jedoch nicht.

Im Jahr 1677 wurde das Langhaus der Meersburger Pfarrkirche neu gebaut und 1824 das alte Gotteshaus bis auf den Turm abgerissen. Der klassizistische Neubau wurde – nach heftigem Streit um die Finanzierung – 1833 beendet. Heute trägt die Stadtpfarrkirche von Meersburg den Titel Mariä Heimsuchung. Sankt Gallus ist unter den am rechten Seitenaltar dargestellten Heiligen immer noch vertreten.


Panorama
 
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Literatur

Stadtkirche Meersburg. Kirchen der Seelsorgeeinheit Meersburg-Seefelden im Bistum Freiburg, [o. O.] [o. J.].

1000 Jahre Meersburg. Alles über das große Stadtjubiläum am Bodensee, Feiern Sie mit!, Konstanz [1988].

Fischer, Steven Roger, Meersburg im Mittelalter. Aus der Geschichte einer Bodenseestadt und ihrer nächsten Umgebung, Meersburg 1988.

Hundsnurscher, Franz, Die Investiturprotokolle der Diözese Konstanz aus dem 16. Jahrhundert, Stuttgart 2008-2010.

Oberschwaben-Tourismus GmbH (Hg.), Oberschwäbische Barockstraße. Perlen des Barock 2013-2014, Bad Schussenried o. J.

Schulze Battmann, Elfride; Schatz, Rudolf, Wallfahrtskirche Maria zum Berg Karmel. Meersburg-Baitenhausen, Regensburg 2004.

Spahr, Gebhard, Oberschwäbische Barockstraße V. Überlingen bis Reichenau, Weingarten 1984.

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Stand: Dezember 2017