Ischgl

Mitten im Skigebiet des trendigen Tiroler Wintersportorts Ischgl steht eine kleine Sankt Gallus-Kapelle. (2014)
Die heute bestehende Kapelle wurde am 14. Juni 2003 eingesegnet, nachdem ihr denkmalgeschützter barocker Vorgängerbau im Jahr 2002 einer Fahrstraße geopfert und kurzerhand abgerissen wurde. (2014)
Im Winter führt eine Skipiste über den einstigen Standort der Sankt Gallus-Kapelle. Die neue Kapelle steht direkt am Pistenrand und ist ein beliebtes Fotomotiv. (Bild: David Gegenschatz, 2014)
Die barocke Inneneinrichtung der Sankt Gallus-Kapelle ist erhalten geblieben, und auch der alte Reliquienstein wurde im neuen Altar wieder eingesetzt. (2014)
Das Altarblatt der Kapelle malte um das Jahr 1760 der Künstler Anton Schueller aus St. Anton am Arlberg. (2014)
Der widerrechtliche Abriss der barocken Sankt Gallus-Kapelle im Jahr 2002 war aus kultureller und denkmalpflegerischer Sicht ein verständnisloser Akt der Barbarei. Immerhin: Man hat Sankt Gallus in Ischgl nicht einfach vergessen gemacht, sondern ihm eine neue Kapelle errichtet. (2014)

Auf der Alpe Oberpardatsch im berühmten Tiroler Skisportort Ischgl steht eine kleine Sankt Gallus-Kapelle. Schon 1736 wurde hier ein erstes Bethaus errichtet, das dann 1793 durch eine neue, größere Kapelle ersetzt wurde. Damals (bis 1816) gehörte Ischgl noch zur Diözese Chur. Sankt Gallus wurde auf Oberpardatsch – eher ungewöhnlich – als Patron des Viehs angerufen.

Die denkmalgeschützte barocke Sankt Gallus-Kapelle wurde im Jahr 2002 von Mitgliedern der Ischgler Agrargemeinschaft illegal abgerissen und etwa fünf Meter vom ursprünglichen Standort entfernt durch einen Neubau aus Beton ersetzt. Das alte Gotteshaus stand einer bequemen Zufahrtsstraße zu einem Skilift im Wege! Der ›Frevel‹ wurde vom Tiroler Landgericht geahndet. Der damalige Bürgermeister wurde zu einer Geldstrafe von über 10‘000 Euro verurteilt.


Panorama
 
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Literatur

Institut für österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes, Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs, Tirol, Wien 2009.

Walser, Josef, Ischgl/Tirol, Salzburg 1985 (Christliche Kunststätten Österreichs 141).

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Stand: Dezember 2017