Frankfurt am Main (Gallus)

Die katholische Pfarrkirche Sankt Gallus in Frankfurt am Main steht im Stadtteil ›Gallus‹. Ihren Patron hat sie in Anlehnung an diesen Ortsnamen erhalten. (2014)
Von der ursprünglichen, zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichteten Kirche hat sich nur der Turm erhalten. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. (2014)
Das Kirchenschiff der wurde nach dem Zweiten Weltkrieg neu gebaut. (2015)
Den Ambo, wo das Wort Gottes verkündet wird, trägt eine Figur des Kirchenpatrons Gallus. Ein sinniges Kunstwerk! Auch der heilige Gallus hat als Missionar das Wort Gottes verkündet. (2015)
Die Sankt Gallus-Kirche ist in ihrer ursprünglichen Form noch auf einem Gemälde zu sehen. (2014)
Ein Gedenkstein erinnert an Karl Isaak, der den Bau der Frankfurter Sankt Gallus-Kirche ermöglicht hatte. (2014)
Der Sprayer ›Akut‹ liebt Gallus. Wir mögen ihn ja auch;-) (2014)
Die ›Galluswarte‹ im Frankfurter Stadteil ›Gallus‹. (2015)
Der (ehemalige) Hauptsitz der europäischen Zentralbank liegt an der ›Gallusanlage‹. Hier verlief einst der Stadtgraben von Frankfurt am Main. (2014)

Großer Bahnhof für Sankt Gallus in Frankfurt am Main: Der Frankfurter Hauptbahnhof – einer der größten und wichtigsten Bahnhöfe Deutschlands – liegt im Stadtteil »Gallus«.

Die Gegend, wo heute täglich hunderttausende von Reisenden ein-, aus- und umsteigen, lag im Mittelalter und der Frühen Neuzeit noch außerhalb der Stadtmauern. Für viele Verbrecher hieß es hier damals: Endstation. Denn hier befand sich die städtische Richtstätte, das Galgenfeld.

Der Weg von der Stadt hinaus aufs Galgenfeld führte durch das Galgentor, das als das schönste Stadttor Frankfurts galt. Unweit davon befand sich die Galgengasse, in der ein alter Ziehbrunnen stand, der Galgenbrunnen. Offenbar fanden die Frankfurter diesen Namen im 18. Jahrhundert nicht mehr sehr appetitlich. Als sie den Brunnen 1783 modernisierten und mit einer Pumpe ausstatteten, schmückten sie ihn mit einer Statue des heiligen Gallus. So machten sie aus dem Galgenbrunnen einen Gallusbrunnen. Auch der Galgengasse und dem Galgentor verpassten die Frankfurter ein neues Image und nannten sie fortan Gallusgasse und Gallustor.

Als die Stadt Frankfurt wuchs und die alte Richtstätte überbaut werden sollte, taufte man auch das Galgenfeld um. Der neue Stadtteil erhielt den Namen Gallusviertel und entwickelte sich im Anschluss an die Eröffnung des Frankfurter Hauptbahnhofs im Jahr 1888 zu einem Industrie- und Arbeiterquartier.

Zu einem ›richtigen‹ Gallusort wurde der Frankfurter Stadtteil dann mit der Gründung der Pfarrei Sankt Gallus zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Gemeinde war arm, doch der jüdische Rentner Karl Isaak ermöglichte mit einer Spende in der Höhe von 750‘000 Goldmark den Bau einer großartigen Kirche im neo-byzantinischen Stil. Diese wurde am 12. September 1944 durch einen Bombenangriff zerstört, nur der Kirchturm blieb stehen. Zehn Jahre später konnte das heutige Gotteshaus geweiht werden.

Der Frankfurter Stadtteil Gallus ist bekannt für sein multikulturelles Flair. Dieses widerspiegelt sich auch in der Pfarrei Sankt Gallus. Mehr als die Hälfte der Gemeindemitglieder ist nicht deutscher Muttersprache.


Panorama
 
Dieser Inhalt benötigt HTML5/CSS3, WebGL, oder Adobe Flash Player Version 9 oder höher.
Literatur

Stadt Frankfurt. Ortsbezirk 1, Bahnhof, Gallus, Gutleut, Innenstadt, Frankfurt a. M. 1992.

Blath, Martin, Frankfurt von A bis Z. Das Stadtlexikon für Einsteiger und Fortgeschrittene, Frankfurt a. M. 2004.

Kramer, Waldemar, Frankfurt-Lexikon, Frankfurt a. M. 1994.

Staerkle, Paul, Von den Sankt Gallus-Patrozinien, in: Bischöfliches Ordinariat und Katholischer Administrationsrat St.Gallen (Hg.), Sankt Gallus Gedenkbuch. Zur Erinnerung an die Dreizehnhundert-Jahr-Feier vom Tode des heiligen Gallus am 16. Oktober 1951, St.Gallen 1952, S. 48–74.

Kennen Sie noch weitere Literatur zu dieser Kirche? Helfen Sie mit, indem Sie uns diese mitteilen. Vielen Dank!

Stand: Dezember 2017