Buholz

Die Kapelle von Buholz hat die Heiligen Gallus und Erasmus als Patrone. Das Gotteshaus wird 1576 erstmals schriftlich erwähnt. (2013)
Das neugotische Radfenster über dem Eingangsportal dürfte anlässlich einer Renovierung im Jahr 1876 dazugekommen sein. (2015)
Das Gemälde der Maria mit dem Jesuskind an der Südfassade der Buholzer Kapelle schuf 1931 der Kunstmaler Hans Zürcher (1880–1958). (2015)
Die drei Altäre gehören noch zur ursprünglichen Ausstattung der Kapelle. Die Wandbilder im Schiff ließ 1723 Ignaz Amrhyn, Stiftspropst von Beromünster, anfertigen. Er hatte ein Jahr zuvor das Gut Buholz erworben. (2015)
Den rechten Seitenaltar der 1662 geweihten Kapelle ziert eine barocke Statue des heiligen Gallus. (2015)
Ein Fensterbild zeigt Sankt Gallus als Missionar und Lehrer. (2015)

Buholz gehört heute zur luzernischen Gemeinde Ruswil. Der Weiler ist bereits seit dem Ende des 12. Jahrhunderts schriftlich belegt; ein Gotteshaus ist im Mittelalter aber noch nicht nachweisbar. Als der Konstanzer Weihbischof 1576 eine Visitationsreise in die Innerschweiz unternahm, weihte er unter anderem auch eine Kapelle in Buholz, deren Patronatsfest am Sankt Gallus-Tag begangen werden sollte. In der Kapelle gab es einen Sankt Gallus- und einen Sankt Erasmus-Altar. Ihr Stifter war der ansässige Großbauer Jost Wermelinger. Die Gründe für die Patrozinienwahl lassen sich nicht eruieren.

In den Jahren 1660 bis 1662 wurde die 1576 geweihte Kapelle durch einen Neubau ersetzt, der bis heute ziemlich ursprünglich erhalten geblieben ist. Die drei Altäre stammen im Wesentlichen noch aus dieser Zeit. Während der heilige Erasmus das Hauptblatt des Hochaltars ziert (1828 gemalt von Johann Bernhard Amberg aus Büron), ist sein Mitpatron Gallus in einer barocken Statue am rechten Seitenaltar vertreten.

Im Jahr 1722 kaufte Ignaz Amrhyn das Gut Buholz. Er gehörte einer vermögenden und einflussreichen Luzerner Patrizierfamilie an, war kaiserlicher Hofkaplan und Stiftspropst zu Beromünster. Amrhyn ließ das Schiff der Sankt Gallus- und Erasmus-Kapelle mit Heiligenbildern schmücken und wählte dazu die Namenspatrone seines Vaters und seiner Geschwister aus: Josef, Franz Xaver, Ursula, Jost, Karl Borromäus sowie Ignatius, seinen eigenen Namenspatron. Diese Heiligenbilder wurden, zusammen mit der übrigen reichen Dekorationsmalerei der Buholzer Kapelle, im Jahr 1867 übertüncht, 1931 aber wieder freigelegt.


Panorama
 
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Literatur

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Eberl, Immo; Hartung, Wolfgang; Jahn, Joachim (Hg.), Früh- und hochmittelalterlicher Adel in Schwaben und Bayern, Sigmaringendorf 1988 (REGIO. Forschungen zur schwäbischen Regionalgeschichte 1).

Gut, Rudolf; Lussi, Kurt, Quellen der Kraft. Die Wallfahrtskapellen von Ruswil, Lindenberg i. A. 2002 (Volksfrömmigkeit und Brauchtum 5).

Hälg-Steffen, Franziska, Wolhusen, von, www.hls-dhs-dss.ch​/​textes/​d/​D19805.php.

Hörsch, Waltraud, Wolhusen (Herrschaft), www.hls-dhs-dss.ch​/​textes/​d/​D7527.php.

Kirchenrat und Pfarreirat Ruswil (Hg.), Pfarrei Ruswil. Die Pfarrei Ruswil stellt sich vor, Pfarreigeschichte, Pfarrkirche, Pfarrhof, Messkapellen, Wegkapellen, Ruswil 1986.

Nüscheler, Arnold, Die Gotteshäuser der Schweiz. Historisch-antiquarische Forschungen, Dekanat Sursee. Fortgesetzt von Konrad Lütolf, in: Der Geschichtsfreund. Mitteilungen des Historischen Vereins Zentralschweiz 60 (1905), S. 163–231.

Reinle, Adolf, Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern. Band IV. Das Amt Sursee, Basel 1956 (Die Kunstdenkmäler der Schweiz 35).

Schnyder, Hans, Zum Herkommen der Freiherren von Wolhusen in der Innerschweiz und der Herren von Waldsee in Oberschwaben. Ein Vergleich, in: Immo Eberl, Wolfgang Hartung, Joachim Jahn (Hg.), Früh- und hochmittelalterlicher Adel in Schwaben und Bayern, Sigmaringendorf 1988, S. 217–260.

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Stand: Dezember 2017