Angerlo

Die Sankt-Galluskirche von Angerlo geht in ihrem Kern auf ein vorromanisches Gotteshaus aus dem ersten Jahrtausend zurück. (2014)
Ihr heutiges, teilweise rekonstruiertes Aussehen hat die Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten, in dem sie stark beschädigt wurde. (2014)
Der Chor der Kirche stammt ursprünglich aus der Zeit um 1400, die nördlich angebaute Sakristei entstand später. Der Turm ist eine Rekonstruktion des im 12. Jahrhundert errichteten Turms über dem Seitenschiff der Sankt-Galluskirche. (2014)
Im Innenraum der Kirche fallen die quadratischen Säulen auf, die das Hauptschiff vom Nebenschiff trennen. Als typisch vorromanisches Bauelement sind sie in den Niederlanden einzigartig. (2014)
Das Eisenkreuz im Chor krönte einst den Turm der Sankt-Galluskirche von Angerlo, der 1945 von den Deutschen gesprengt wurde. (2014)
Die Sint-Galluskerk von Angerlo ist ein Gotteshaus der Protestantse Kerk in Nederland (p.k.n.). (2014)
Die ›Protestantische Kirche in den Niederlanden‹ ging 2004 aus der Union der gemäßigt-calvinistischen, der streng-calvinistischen und der kleinen lutherischen Kirche der Niederlande hervor. Sie ist die größte evangelische Kirche des Landes. (2014)

Die Sint-Galluskerk von Angerlo gilt als eines der ältesten Gotteshäuser der Niederlande. Überreste eines einschiffigen, vorromanischen Baus aus Raseneisenstein weisen noch ins erste Jahrtausend zurück. Die Kirche wurde wohl von Utrecht aus gegründet; sie unterstand dem dortigen Bischof. Diese Verbindung erklärt denn auch den Kirchenpatron von Angerlo: Sankt Gallus. Utrecht stand im Frühmittelalter in gutem Kontakt mit dem Kloster St.Gallen. Die Utrechter Benediktiner von St. Martin pflegten sogar eine Gebetsverbrüderung mit den St.Galler Mönchen. Diese freundschaftlichen Beziehungen dürften auch zum Austausch von Reliquien geführt haben, was die Errichtung einer Galluskirche in Angerlo ermöglichte.

Im 12. Jahrhundert wurde auf der Nordseite der Kirche ein Seitenschiff angebaut, dessen östlicher Abschluss eine gewölbte Seitenkapelle bildete. Darüber erhob sich ein Kirchturm, der jedoch in spätromanischer Zeit durch einen Neubau auf der Westseite abgelöst wurde. Auch dieser verschwand wieder, er wurde 1766 durch einen Backsteinturm ersetzt. Der aus Tuffstein gebaute gotische Chor entstand um 1400. Ihm wurde später noch eine Sakristei angebaut.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Sint-Galluskerk von Angerlo schwer beschädigt. 1945 sprengten die Deutschen den Turm. Nach dem Krieg wurde die Kirche nach umfassenden archäologischen und bauhistorischen Untersuchungen wieder aufgebaut, wobei man den romanischen Charakter des Gotteshauses rekonstruierte. Es wurde viel Baumaterial der beschädigten Kirche wiederverwendet. Das Schiff wurde in seine ursprüngliche Höhe zurückgeführt und seine in der Gotik vergrößerten Fenster wieder in den romanischen Stil versetzt. Der romanische Turm über dem Seitenschiff wurde (mit Ziegelsteinen) rekonstruiert. Das Eisenkreuz des von den Deutschen gesprengten Turms, das aus dem Jahr 1766 stammt, erhielt einen Platz im Chor der Kirche.


Panorama
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Literatur

Langs’s-heren wegen…… Angerlo, o. O. o. J.

Erhart, Peter; Kuratli Hüeblin, Jakob; Oberholzer, Paul, 1400xGallus, St.Gallen 2012.

Staerkle, Paul, Von den Sankt Gallus-Patrozinien, in: Bischöfliches Ordinariat und Katholischer Administrationsrat St.Gallen (Hg.), Sankt Gallus Gedenkbuch. Zur Erinnerung an die Dreizehnhundert-Jahr-Feier vom Tode des heiligen Gallus am 16. Oktober 1951, St.Gallen 1952, S. 48–74.

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Stand: Dezember 2017